sarah gabi schönenberger

Politisches Profil

 

Wie ich mich für Politik zu interessieren begann… 

Die Nichtwahl 1993 von Frau Brunner in den Bundesrat hat mich tief aufgewühlt und bewegt. Der innere Wille politisch aktiver zu werden und für Frauenthemen, familienpolitische und umweltpolitische Themen einzustehen wurde stärker. Seitdem habe ich jegliche Wahlen und Abstimmungen jeweils mit grossem Interesse verfolgt. In die SP eingetreten bin ich mit Anfang 20. 

Was mir in meiner politischen Arbeit wichtig ist: 

Prinzipiell möchte ich mich einsetzen für Anliegen, die überzeugen, unabhängig des Ressorts.
Besonders stark machen möchte ich mich zudem in den Bereichen Familienpolitik, Umweltpolitik und Gesundheitspolitik. 

Politische Ideen zu entwickeln, umzusetzen in Vorstossentwürfe, wie auch überparteiliche Vorstösse zu entwickeln, vorzubereiten, zu initiieren ist mir wichtig. 

Ich möchte politisch zusammenarbeiten, auch überparteilich und dennoch auch vehement einstehen für politische Themen der SP und meinen persönlichen politischen Ideen. Überparteilich Konsenslösungen zu finden, Chancen und Risiken immer möglichst gut und realistisch einzuschätzen, die nötige Weitsicht stets zu berücksichtigen, keine sinnlosen Schnellschüsse, aber effiziente und schnelle Ideen entwickeln um Probleme zu lösen, gute Lösungen zu finden und eine schnelle Umsetzung wenn angebracht und nötig in Gang zu bringen finde ich ebenfalls wichtig. 

Ich möchte stets zielstrebig und mit viel Elan, Engagement und der nötigen Durchsetzungskraft an die Dinge herangehen, um für politische Projekte, Ideen, Lösungen einzustehen und daran zu arbeiten und den Mut und die Ausdauer nicht so schnell zu verlieren in der manchmal harten politischen Realität. 

  

Zum Thema Familienpolitik: 

Artikel in Bantiger Post vom 16.10.2008 veröffentlicht:  

 Die nicht vorhandene Familienpolitik der CH

„Vater- und Mutterwerden ist nicht schwer, Vater- und Muttersein dagegen sehr!“,  vor allem in unserem Land. Diese nicht optimale familienpolitische Situation soll verbessert und weiterentwickelt werden. 

Es gibt bereits einige EU-Länder (Finnland, Schweden, Norwegen, Frankreich, Deutschland..), die uns in dieser Thematik weit voraus sind, z.B. in den Bereichen des Vater- und Mutterschaftsurlaubes, dem Recht auf Elternzeit (während dieser Zeit muss Mutter oder Vater die Stelle oder eine vergleichbare warmgehalten werden), den Betreuungsmodalitäten und der Wertschätzung der Aufgabe der Elternschaft und deren Honorierung in steuerlicher Entlastung, nehmen wir sie als Vorbilder, profitieren wir von ihren bereits gemachten Erfahrungen. 

Ein Bundesamt für Familie wäre wünschenswert. Eltern sein, gute Eltern sein, erfordert viele Kompetenzen, nicht alle bringen diese von alleine und Beginn weg mit. Der Staat sollte auch seine Verantwortung gegenüber den ganz jungen Einwohnern wahrnehmen. Das Wohl des Kindes kann nicht nur im Interesse der Eltern liegen, es muss auch für den Staat von grosser Wichtigkeit sein, das gesundheitliche Wohl in psychischer wie physischer Hinsicht schützen zu helfen und unterstützend da zu sein!   

Der Stellenwert von Kindern sollte in der Schweiz deutlich gesteigert werden. Kinder sollten willkommener sein in unserer Gesellschaft, sonst stellt die Gesellschaft sich gegen sich selbst, denn ohne Kinder würde der ganze Wirtschaftsapparat und der Staat selbst nicht mehr funktionieren, diesem Aspekt wird zu wenig Beachtung geschenkt. Dies ist nicht nur Aufgabe einer Partei, sondern aller Parteien, insbesondere auch der Gesellschaft wie auch der Wirtschaft. Gehen wir es an. 

 

Gedanken zum Thema Familie, Vaterschaftsurlaub, Teilzeitarbeit für  Väter, Sommer 2006:

Ein Mindestschonzeitraum nach einer Geburt eines Kindes im Sinne einer Familienpolitikförderung und Anerkennung der Leistung werdender und seiender Eltern gebührt ebenfalls dem Vater, wenn man seiner Stellung in der Familie gerecht werden will, ihn in die Familien- und Erziehungsarbeit von Beginn weg miteinbeziehen will. Dadurch würden Ressourcen frei, um das Familienleben so besser optimieren zu können und den Kindern die bestmöglichen Voraussetzungen für den Start in diese Welt, wie auch die Begleitung auf ihrem Weg zur Selbständigkeit und Möglichkeit ihrerseits zur Wahrnehmung von Verantwortung mitgeben zu können.

Im Sinne der Gleichberechtigung von Frau und Mann, soll auch der Mann Anspruch auf das Elternsein, „sein Vatersein“ haben, z.B. durch erleichtertes Reduzieren des Arbeitspensums und Entgegenkommen in diesem Bereich seitens des Arbeitgebers. Der Bund als Arbeitgeber sollte mit gutem Beispiel voran gehen.

Teilzeitarbeit soll für Väter eine selbstverständliche Option werden – sein, ohne dass “Mann” dabei das Gesicht verliert oder sonstwie dadurch benachteiligt würde. Der Vater soll von Beginn weg miteinbezogen werden, damit er ebenfalls in die Familiensituation hineinwachsen kann, gemeinsam mit der Mutter, gegenseitige Unterstützung gefördert wird dadurch, und keine wirtschaftlich und politisch klare Rollentrennung mehr auferlegt wird (aufgrund des Mangels an Krippenplätzen, Mangel an flexibleren Arbeitgebern, Imageverlust…). Eine direkte und indirekte politisch, wie gesellschaftlich auferlegte Rollentrennung ist nur zu akzeptieren, sofern sie biologisch begründbar ist (in Bezug zum Stillen bspw.).

Der Vater sollte mind. 2 Wochen Vaterschaftsurlaub erhalten. Er kann diese Zeit einsetzen, zu einem individuellen in Übereinkunft mit der Mutter vereinbarten Zeitpunkt.

Es sollte eine wirkliche Gleichstellung angestrebt werden, welche politisch, wie auch gesellschaftlich und privatwirtschaftlich Anerkennung findet und dann auch im Alltag, im Arbeitsleben umgesetzt wird.

Mütter wie Väter sollten das Recht wie auch die Pflicht der Wahrnehmung ihrer wichtigen Funktion als Elternteil erhalten, und dies in ausreichender, organisationsmässig umsetzbarer, realistischer und positiver Art und Weise. Familiengründung wie auch eine stabile, gute Wegbegleitung unserer Nachkommen ist ein grosser politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Wert, man sollte Eltern in der Wahrnehmung ihrer Rolle tatkräftig unterstützen, so dass sie dieser grossen Verantwortung gerecht werden können, ohne ständig auf Hindernisse dabei zu stossen und diese Thematik deswegen ernsthaft behandeln.

In Wirklichkeit bestehen noch immer klare Rollenbilder, und eine gewisse Abwertung des beruflichen Werts der Frau nach einer Schwangerschaft, da man ihr meist die Doppelbelastung als berufstätige Mutter negativ auslegt und nicht die Qualitäten hinzurechnet, die durch Familienmanagement dazu erworben werden (gerade bei der Stellensuche erschwert eine Mutterschaft noch immer die beruflichen Möglichkeiten einer Frau).

Abgesehen davon, wird die Frage der zeitlichen Ressourcen eines frischgebackenen Papas nie thematisiert, obwohl die neue Situation klar auch von ihm einiges abverlangt. Beinahe niemand leistet so grosse Arbeit (Zeitinvestition, Engagement,…) wie eine frischgebackene Mutter, ihre Kompetenzen auch in beruflicher Hinsicht wird dadurch enorm erweitert. Ziel wäre auch, dass der Vater mehr Einblick in diese Arbeit gewinnen könnte und eine grössere Beteiligung an der Erziehung und der Organisation der Familie übernehmen könnte, als die in der Rolle eines „Gute- Nacht – Gschichtli erzählenden Papis“ und „Wochenende- oder Ferien – Papis“ zu verharren.

 

Artikel in Bantiger Post vom 17.09.2009 veröffentlicht:

Überparteiliche Motion betreffen Bedürfnisabklärung und Errichtung einer „Ferieninsel“

Kinder sind nicht einfach nur die Kinder ihrer Eltern, als erstes gehören sie sich selbst, doch gehören auch sie zum Staat. Der Stellenwert von Kindern sollte in der Schweiz deutlich gesteigert werden. Kinder sollten willkommener sein in unserer Gesellschaft, sonst stellt die Gesellschaft sich gegen sich selbst, denn ohne Kinder würde der ganze Wirtschaftsapparat und der Staat selbst nicht mehr funktionieren, diesem Aspekt wird zu wenig Beachtung geschenkt. Dass es unseren Kindern gut geht in der Schweiz ist nicht nur Aufgabe der Eltern, sondern auch Aufgabe der Gesellschaft, UNS, aber auch der Wirtschaft.

Ostermundigen soll mit gutem Beispiel vorausgehen und auf freiwilliger Basis berufstätige Eltern entlasten. Ostermundigen hat die Chance genutzt und ein Zeichen gesetzt, dass es sich für ihre Kinder einsetzt.

Meine Motion wurde vom Mundiger Parlament  erfolgreich mit 20 zu 12 Gegenstimmen angenommen und wird somit dem Gemeinderat überwiesen.

Weshalb eine „Ferieninsel“ in Ostermundigen?

Mit der Diskrepanz von 13 Schulferienwochen gegenüber in der Regel vier bis fünf arbeitsfreien Ferienwochen bleibt es für die Eltern eine Herausforderung, ihre Kinder während ca. 8 Wochen gut betreut zu wissen. Verschiedene Möglichkeiten bieten sich an: Grosseltern springen ein, Lagerangebote, Ferien bei Verwandten, evtl. Kursbesuche. Für einen Teil der Ferienzeit wären aber sicher einige Familien froh um eine Einrichtung wie die „Ferieninsel“. Aus diesem Grund soll erhoben werden, wie viele Familien auf ein solches Angebot angewiesen oder um ein solches froh wären.

Versetzen wir uns in Kindergarten- und Schulkinder. Ferien sollten doch an sich etwas Schönes sein, Spezielles, Spannendes und Erholsames.

Doch für einige Kinder bedeutet es auch einfach viele Wochen Langeweile und Einsamsein, sich selber überassen sein. Nichts spricht dagegen, wenn ein Kind lernt selbständig zu sein, aber keines von ihnen sollte über Wochen hinweg einfach sich selbst überlassen werden.

Ferien können so sofort ganz anders aussehen und sich anfühlen. Trist und eintönig, weil Eltern z.T. arbeiten müssen, „Gspänli“ in den Ferien weg sind und die Zeit einfach nicht vergeht. Man sitzt vor dem Fernseher, macht Computerspiele, hängt ab oder „gheit ume“, kommt vielleicht sogar auf falsche Gedanken und beginnt Blödsinn anzustellen, weil einem keine alternativen Angebote bereit stehen.

Gefahren gibt es viele, wie wir alle wissen, Internetmissbrauch, Alkohol, Nikotin, Drogen usw.

Die Aufgabe sich sinnvolle Freizeitaktivitäten zu schaffen, darf nicht einfach nur den Kindern selbst überlassen werden, unabhängig des Alters. Eltern, Grosseltern oder Einrichtungen wie eine Ferieninsel können Abhilfe schaffen und kindgerechte Beschäftigungen aufzeigen und anbieten, so dass Ferienzeit allen Kindern wieder Spass macht.

Verabschiedung aus GGR

Ich bin froh, dass ich in meiner bisher kurzen Parlamentstätigkeit eines meiner politischen Anliegen, für welche ich stehe in Gang bringen konnte. Ich danke meinen Wählern für Ihr Vorschussvertrauen bei den Wahlen 2008 in meine Ideen, mein Engagement und Schaffen und ich bedaure, dass ich mein Amt umzugshalber ab Ende Sept. 2009 nun weiterreichen muss. Es hat mir grosse Freude bereitet, dass ich meinen politischen Elan und Tatendrang für die Gemeinde Ostermundigen einsetzen  durfte und so politische Ideen umsetzen zu helfen, mitzutragen oder selbst zu initiieren konnte.

 

 

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